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Guten Tag, ich bin Paulchen Pumpe.
Mein Frauchen Sibylle und ich, wir gehören zusammen. Der Körper meines Frauchens stellt selbst kein Insulin mehr her. Das ist ein ganz besonderer Saft, der zur Verdauung von Brot, Kuchen, Pizza, Döner, Obst, Süßigkeiten und solchen guten Dingen benötigt wird, also für alle kohlehydrathaltigen Lebensmittel. Das Insulin hilft dabei, aus den Kohlehydraten Kraft für die Muskeln zum Laufen, Fahrradfahren und so weiter zu machen. Bei fast allen Menschen stellt der Körper sein Insulin selbst her. Und weil mein Frauchen jemand ganz Besonderes ist und das Insulin nicht hat, deshalb bin ich da!
Die Krankheit hieß übrigens früher „Zuckerkrankheit“ und jetzt „Diabetes mellitus“, die Leute nennt man „Diabetiker“. Davon gibt es verschiedene Arten. Diejenigen, welche gar kein Insulin mehr von alleine haben, nennt man „Diabetiker Typ I“ und die anderen, die eigenes Insulin haben, aber ihr Körper etwas insulinunempfindlich ist, sind „Diabetiker Typ II“. Mein Frauchen ist Typ I.
Ich wiege etwa so viel wie eine Tafel Schokolade und bin so groß wie eine Zigarettenschachtel (Pfui!). In meinem kleinen Körper befindet sich ein Fläschchen mit Insulin. Dieses Fläschchen ist über einen dünnen, langen Schlauch mit einer Nadel verbunden, den Schlauch nennt man Katheter. Und die Nadel steckt bei meinem Frauchen im Bauch. Keine Angst, das tut nicht weh, außer wenn der Mann von meinem Frauchen beim Umärmeln nicht vorsichtig ist …
Alle 3 Minuten schicke ich Tag und Nacht ein ganz kleines Tröpfchen Insulin durch den Schlauch zu meinem Frauchen. Das nennt man dann „Basalrate“. Wenn sie Appetit hat und etwas essen will, dann muß sie sich genau ansehen, wieviele Kohlehydrate und anderes in ihrem Essen drin ist und daraus muß sie sich ausrechen, wieviel Insulin sie braucht.
Aber – bevor sie anfängt zu essen, muß sie ihren Blutzucker messen. Da kommt ihr mein Freund, das Blutzuckermeßgerät, zu Hilfe. Ein Piks in den Finger, ein Tropfen Blut kommt raus, und dieser wird kurz an den Meßstreifen, der im Blutzuckermeßgerät steckt, rangehalten. Nach einer Weile zeigt Freund Meßgerät den Blutzuckerwert an. Ist dieser Wert niedrig, ist mein Frauchen ganz durcheinander und muß gleich etwas essen. Ist er zu hoch, ist ihr ganz komisch und sie muß Insulin dazugeben, damit ihr Blutzucker niedriger wird. Dazu drückt sie mir mehrmals etwas derb einen Knopf an mir, und ich schicke etwas Insulin durch den Schlauch.
Wenn mein Frauchen etwas essen will und auch schön ihren Blutzucker gemessen hat, dann braucht das Essen Insulin, und dann bin ich gefragt. Dann drückt sie mir wieder mehrmals auf einen Knopf, und ich schicke Insulin los. Das nennt man „Bolus“. Und sie fängt ganz eilig und gern an zu essen. Wenn sie noch mehr Appetit hat, dann werde ich wieder gedrückt.
Ich bekomme vom Essen nichts ab, weil ich nämlich eine Batterie im Bauch habe. Diese reichen einige Wochen für mich, und wenn die alle sind, dann schreie ich laut „Alarm“, und dann bekomme ich eine neue Batterie. Auch der Schlauch und die Nadel am Schlauchende müssen oft gewechselt werden, meist aller zwei Tage. Das tut meinem Frauchen manchmal etwas weh. Und das Insulinfläschchen ist auch manchmal alle, und dann bekomme ich ein neues!
Ich kenne auch ein paar andere Pumpchens mit ihren Leuten, ältere und jüngere, sogar ein Schulkind ist dabei!
Mein Frauchen und ich, wir beide gehören zusammen. Wenn ich mein Frauchen nicht hätte, wem soll ich dann helfen? Und wenn mein Frauchen mich nicht hätte, dann müßte sie jeden Tag viele Spritzen mit dem Insulin bekommen, und dann ginge es ihr nicht so gut.
So, ich hoffe, Ihr habt was gelernt!
Euer Paulchen Pumpe
PS: Übrigens, ich habe auch eine Frau, sie heißt Paulinchen Pumpe. Und wenn ich mal kaputt gehen sollte oder keine Lust mehr habe – was aber noch nie passiert ist – dann springt Paulinchen für mich ein und tut meine Arbeit.
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